Meine Bücher

Aus meiner Werkbiografie:

Horst W. Nägele, Dr. phil. (Kiel 1969), geboren am 29. Mai 1934 in Stuttgart, wohnt heute auf der Insel Fünen/Dänemark, war Verwaltungsbeamter und Betriebsmanager, später Sprachwissenschaftler, Philosophie- und Literaturhistoriker (Universitätsstudium in Kiel, Newcastle upon Tyne, Aarhus) mit Schwerpunkt Semiotik, deutscher Idealismus, Jens Baggesen (Der deutsche Idealismus in der existentiellen Kategorie des Humors, Band 1 der Reihe ›Skandinavistische Studien‹, 1971; sowie: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 1971; Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts 1972 und 1974; »Wider die germanische Idealität. Jens Baggesen, ein ketzerischer Poet der Goethezeit« als Matinee im Südwestfunk 1974), N. F. S. Grundtvig (Grundtvig Studier 1971 und 1995; Nomos 2007), J. P. Jacobsen (Band 117 der Sammlung Metzler). War Mitinitiator des Kieler Sonderforschungsbereichs ›Skandinavien‹, hat Jens-Baggesen-Texte ediert (Danske Studier, Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts) und war zuletzt am Institut für Literaturwissenschaft und Semiotik an der Odense Universitet tätig. Für seine Untersuchungen und Editionen zu Jens Baggesen wurde ihm 2006 von Jens Baggesens Geburtsstadt Korsør der Jens-Baggesen-Preis zuerkannt.

Schrieb Erzählungen, einen Roman in dänischer Sprache (Spidstegt Lam. Et alternativt orienteringsløb, Åløkke Forlag, 1985), einen deutschen Antiroman (Anflüge. MIND GAMES deutsch, Verlag Die Blaue Eule, 1990), den Roman Lebenslanges Suchen. Zwischen Europa 1912 und immer wieder Afrika (Gabriele Schäfer Verlag, 2007), den Text Schwimmzüge. Eine fortlaufende Geschichte (Verlag Turnshare, 2009), den Lyrikband zeitlos zeit. UNPOLITISCHE UND POLITISCHE GEDICHTE (Verlag Turnshare, 2008) wie auch das Gedichtbändchen schmiegende brecher. unbescholtene gedichte aus weiten gärten (Mitteldeutscher Literaturverlag AMICUS, 2004), außerdem psychologische Sachbücher mit buddhistisch orientierten Meditationsanleitungen (Spurbuchverlag, 1997 und 1998). Liebe leben. Meditationen der Achtsamkeit für ein umsichtiges Miteinander (Verlag Zeitenwende, 2010). Was ein Volk ausmacht. Was sich so alles machen lässt und durch die Bürger getragen wird (Autumnus Verlag, 2015). Er tritt für die Menschenrechte, für die Umwelt, für das Recht des Lebens wie auch für eine gedeihliche Kommunikation der Bürger im Sinne Grundtvigs ein. Weitere Information gibt das Deutsche Schriftstellerlexikon.

Die Links zu meinen neuesten Büchern:

Liebe leben. Meditationen der Achtsamkeit für ein umsichtiges Miteinander ISBN 978-3-934291-57-7

 Wie sich Achtsamkeit entwickeln lässt.

 (Verlag Zeitenwende, 2010,  ISBN 978-3-934291-57-7)

Aus dem   V O R W O R T

»Liebe macht blind« sagt ein altes Sprichwort, die große Liebe kann mit einer großen Enttäuschung enden. Es ist daher für zwei Menschen, die sich näher kommen, angebracht, auf einiges mehr zu achten als sie in ihrem ersten Glücksgefühl wahrnehmen möchten. Setzt eine stabile Beziehung doch voraus, dass beide Seiten mit den jeweils eigenen Voraussetzungen ins Reine gekommen sind.

Wie aber wird der erforderliche Selbstcheck zu bewerkstelligen sein? Man hat auf jeden Fall herauszufinden, was von den angebotenen Möglichkeiten für einen selbst am ehesten infrage kommt. Als hilfreich gilt insbesondere die seit zweieinhalbtausend Jahren bewährte Vipassana-Meditation aus der Schule des Theravada-Buddhismus. Die Vipassana-Meditation hat sich als geeignet erwiesen, nachhaltig Achtsamkeit zu entwickeln. Die einzelnen Schritte dahin sind hier in diesem praktischen Ratgeber ausführlich beschrieben. Wobei daran anschließend mit Blick auf ein umsichtiges Miteinander geeignete Visualisierungen aus der Tradition des tibetischen Buddhismus vorgestellt werden.

Die Umsetzung in die Praxis hat mit der stets aufs Neue hilfreichen Grundübung der einfachen Atembetrachtung zu beginnen. Dazu begibt man sich in eine geeignete Sitzstellung und konzentriert sich auf den jetzt verlaufenden Atemvorgang, wie er in den kontinuierlichen Bewegungen der Bauchdecke sich mitteilt. Wahrgenommen werden kann der Atemvorgang aber auch – was allerdings etwas schwieriger ist – in der Weise, dass man seine Aufmerksamkeit an die Stelle etwas unterhalb der Spitze der Nasenflügel bringt und dort die vom Atemfluss jeweils ausgelösten Reizempfindungen beobachtet. Die während der Sitzungen anfänglich noch störende spontane Gedankentätigkeit wie auch etwaige Empfindungen eines Unbehagens, auch die direkt von Schmerzen herrührenden, sind nach Möglichkeit nicht weiter zu beachten. Dadurch werden sie in das Feld der Betrachtung allmählich einbezogen und sind damit gleichermaßen wie der spontane Atemvorgang Gegenstand einer entspannten Konzentration. Mit der auf diese Weise zu erreichenden anhaltenden Achtsamkeit verlieren unheilsame Abhängigkeiten ihre Macht.

Die im Weiteren dargestellten Visualisierungsverfahren im Sinne des Vajrayana, für das der tibetische Buddhismus steht, sind mit ihrem produktiven Als-Ob in erster Linie einem allen Lebewesen zuträglichen Handeln förderlich.

Zur Pflege der Partnerschaft insbesondere sind zudem Tipps zu einer meditativ-intuitiven Partnermassage beigestellt. Zu weiterer Selbsterkundung ist die Beschreibung einer gesteuerten inneren Reise angefügt.

Die in diesem Buch gut zugänglich dargestellten Ratschläge wollen auf dem Weg zu einem gedeihlichen Leben die verlässliche Orientierung sein. 

Bessprechung von Christine Höfig in CONNECTION

——————————————————————–

Schwimmzüge ISBN 978-1-84790-018-0

(›SCHWIMMZÜGE – eine fortlaufende Geschichte‹)

Schwimmzüge
Schwimmzüge

Der Protagonist ist in den Ebbsog an derAtlantikküste geraten. Mit demTod ringend findet er sich plötzlich in einer beseelten fernen Zivilisation. Die endlich einsetzende Flut spült ihn ans Ufer zurück. Auf dem durchwärmten Sand durchlebt er noch einmal das Kriegsjahr 1944 und die Zeit darnach.
mehr lesen…mehr lesen...

Besprechung von Susan Müller in LIBRITHEK, Nov. 2009:

Offen und schöpferisch

Ein schmales Buch, das mit Wucht von unfasslicher existenzieller Not erzählt: In verzweifelten Schwimmzügen erlebt die Hauptfigur Frieder die Gewalt des Atlantiks, wenn die Ebbe einsetzt. Doch die Flut kommt, sie kehrt zurück, weil sie immer zurückgelehrt ist, und das ist der erste Hoffnungsschimmer, ein berechtigter. Der Protagonist findet sich auf dem warmen Sandstrand wieder, ja, es ist gut geworden. Doch das Erlebte wirft ihn in die Vergangenheit zurück. Was er verloren im Meer erlebt hat, steht symbolisch für das, was ihm in dieser Welt widerfahren ist. Es durchzucken ihn nochmal all die Urängste, die er mit sich trägt seit der Kriegszeit, die er als Kind erleben musste. Er ist wieder der zehnjährige Junge in einer Bombennacht 1944. Es brummt von Fliegern, es schlagen Bomben ein.

Der Autor, Horst W. Nägele, ist Jahrgang 1934. Er gehört damit der Generation an, die als Kinder Nazideutschland erleben mussten, von fanatisierten Erwachsenen um ihre Kindheit gebracht worden sind und dann in eine Nachkriegszeit gerieten, in der materiell alles gut, aber von ihren Traumatisierungen keiner etwas hören wollte. Erinnerung – nein. Aber für die einzelnen Menschen blieb sie doch. „Schwimmzüge“ ist ein Buch, das beweist, dass eine Vergangenheit, auch wenn sie nicht erwünscht ist, sich ihren Platz greift. An lebensbedrohlichen Situationen wird ein Leben lang gelitten. Sie verlassen einen nie.

Nägele hat für dieses Prosabändchen eine sehr lyrisch anmutende Form gewählt. Darin spiegelt sich auch seine Vielseitigkeit wider: Nägele verfasst sowohl Lyrik als auch Romane (zuletzt „Lebenslanges Suchen“ über das Leben einer Frau zwischen Europa und Afrika zur Kolonialzeit) sowie Sachbücher zu Meditation und ist – das erklärt das wohltuende strukturierende Moment in „Schwimmzüge“- Wissenschaftler. Er lebt seit Jahrzehnten in Dänemark und ist dort als Skandinavist tätig. Diese Distanz zu Deutschland ist es wohl, die einen kritischeren Blick erlaubt, als seine Generation ihn sich sonst zutraut. Nägeles Sprache ist offen und schöpferisch, was auch daran liegen mag, dass er sich perfekt in zwei Literaturen bewegt; er schreibt auch auf dänisch und hat seinen Platz in der Literaturlandschaft Dänemarks. Ohne das Engagement des Autors zu kennen, ohne zu wissen, dass er sich auch als Essayist sachlich, aber mit Verve für seine Themen in die Bresche wirft, erschließt sich die Hintergründigkeit von „Schwimmzüge“ nicht.

Ein erläuterndes Nachwort hätte man dem Buch gewünscht. Doch dessen Fehlen hat den Vorteil, dass jeder Leser aufmerksam mitdenken muss. Allein die Zeitdarstellung, auf die Nägele viel Wert legt und die anfangs gewöhnungsbedürftig scheint. Einmal, zweimal, dreimal, viermal schlägt es, und auf der anderen Seite zehnmal. Ich neige dazu, dies als die Uhrzeit um 10 anzusehen. Die Deutung bleibt dem einzelnen Leser überlassen. „Schwimmzüge“ ist ein gutes Buch, das man nicht in Häppchen erlesen kann. Es muss als Ganzes aufgenommen werden und eignet sich wirklich nicht als Entspannungslektüre.

„Schwimmzüge“

Roman

Turnshare 2009

ISBN 978-1847900180

Rezension in LIBRITHEK/alte meister

LINK ZUM VERLAG:   Schwimmzüge

(Eingestellt in  LYRIKWELT/Nägele)

Schlagworte: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

STUTTGARTER WOCHENBLATT 14. 01. 2010

(Stadtteil NECKARHAFEN)

Kindheitserinnerungen eines Untertürkheimers

Horst W. Nägele schreibt über die Nachkriegszeit in den Neckarvororten

UNTERTÜRKHEIM/FÜNEN

„Schwimmzüge“ heißt das Buch des Autors Horst W. Nägele, der auf der dänischen Insel Fünen lebt, aber in Untertürkheim aufgewachsen ist. 1934 geboren, beschreibt Nägele in seinem beinahe lyrisch anmutenden Prosaband Geschichtliches aus Untertürkheim, Bad Cannstatt und der Umgebung aus den Jahren 1944 und danach.

Horst W. Nägele gehört der Generation an, die als Kinder Nazideutschland erleben mussten, um ihre Kindheit gebracht worden sind und dann in eine Nachkriegszeit gerieten, in der materiell alles gut war, aber von ihren Traumatisierungen keiner etwas hören wollte. Schwimmzüge“ ist ein Buch, das beweist, dass eine Vergangenheit, auch wenn sie nicht erwünscht ist, sich ihren Platz greift: An lebensbedrohlichen Situationen wird ein Leben lang gelitten. Sie verlassen einen nie.

Frieder, der Protagonist des Buches, ist in den Ebbsog an der Atlantikküste geraten und ringt verzweifelt mit dem Tod. Dann setzt endlich die Flut ein und spült ihn ans Ufer zurück.

Auf dem durchwärmten Sand durchlebt er noch einmal das Kriegsjahr 1944 und die Zeit danach.

Es durchzucken ihn all die Urängste, die er mit sich trägt seit der Kriegszeit. Er ist wieder der zehnjährige Junge in einer Bombennacht 1944. Es brummt von Fliegern, es schlagen Bomben ein. „Ein schmales Buch, das mit Wucht von unfasslicher existenzieller Not erzählt“, urteilt ein Rezensent.

Nägele hat in Untertürkheim das Abitur gemacht und war leitend auf Postämtern in Esslingen, Stuttgart und Sindelfingen tätig. Er lebt seit Jahrzehnten in Dänemark und ist dort als Skandinavist tätig. Diese Distanz zu Deutschland erlaube ihm einen kritischeren Blick als seine Generation ihn sich sonst zutraut, heißt es in einer Rezension der „Schwimmzüge“. Nägele hat schon mehrere Bücher veröffentlicht. Er schreibt auch auf Dänisch und hat seinen Platz in der Literaturlandschaft Dänemarks.

Geschichten aus der Vergangenheit

Besprechung in der CANNSTATTER/UNTERTÜRKHEIMER ZEITUNG  vom 2. Februar 2010

UNTERTüRKHEIM: Horst W. Nägele verarbeitet im Buch „Schwimmzüge“ seine Kindheitserinnerungen

(jps) – In seinem Buch „Schwimmzüge“ verarbeitet der in Luginsland aufgewachsene Horst W. Nägele seine Kindheitserinnerungen aus der Zeit der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Der seit Jahrzehnten auf der dänischen Insel Fünen lebende Autor fühlt sich seiner schwäbischen Heimat bis heute sehr verbunden.

Frieder, ein Rucksackreisender Anfang dreißig, ringt vor der Atlantikküste mit dem gewaltigen Sog des Ebbstroms. Zurück an den Strand gespült, hört er die volle Stunde schlagen und nach dem Sog des Wassers zerrt nun ein Sog der Erinnerungen an ihm. Unvermittelt sieht er sich zurückversetzt in das Jahr 1944, als zehnjähriger Junge flüchtend vor den Angriffen der alliierten Bomber über Stuttgart.

„Schwimmzüge“ heißt das Buch von Horst W. Nägele, der mit der Geschichte Frieders auch die eigene Vergangenheit aufarbeitet. Seine Kindheit, die geprägt ist von den wiederkehrenden Fliegerangriffen, den Bomben auf das Daimler-Werk, der Angst und der Ohnmacht angesichts der lebensbedrohlichen Situation. Was für beide bleibt, ist die Flucht aus Luginsland, Anfang März, nur zwei Tage nach einem verheerenden Angriff der Alliierten mit über 500 Bombern : „Nur weg von hier – weit weg! Zu Fuß mit den anderen zusammen die acht Kilometer bis nach Obertürkheim, von wo noch ein Vorortszug nach Esslingen ging – und dort gleich in einen Zug Richtung Tübingen!“ Doch er kehrt zurück, nach Hause zur Mutter, die zu ihm sagt: „Wenn wir schon sterben, dann wenigstens zusammen.“ Nägele erzählt von den Plünderungen, den Entbehrungen der Nachkriegszeit, von der langsamen Rückkehr in die vermeintliche Normalität und davon, dass einen das Erlebte nie ganz loslässt. Es sind Eindrücke, die bis heute haften geblieben sind.

Geboren 1934 studiert Nägele, der in Untertürkheim sein Abitur gemacht hat, Anfang der 60er-Jahre Germanistik, Skandinavistik, Anglistik und Philosophie an den Universitäten in Kiel und Newcastle upon Tyne. Es folgt ein Auslandssemester im dänischen Aarhus, wo er sich intensiver mit der dänischen Literatur beschäftigt, besonders der Schriftsteller Jens Baggesen hat es ihm angetan. Und das Land selbst. Der Schwabe bleibt, wird sesshaft auf der Insel Fünen, unterrichtet an der Hochschule Sprachen, widmet sich seinen literarischen Forschungen. In den 80ern dann beginnt er selbst ein Buch zu schreiben, auf Dänisch. „Mehr aus Jux“, wie er sagt, doch ein Verlag veröffentlicht das Erstlingswerk. Aus der Erkenntnis, dass sein Schreiben im Dänischen zu limitiert ist, folgt 1990 mit „Anflüge“ der erste deutschsprachige Roman. „Wenn ich schon schreibe, dann will ich es ganz genau machen.“

Die Heimat seiner Erinnerungen hat er immer wieder besucht, letztes Jahr erst mit seiner Frau. Er staunt jedes Mal, was sich alles verändert hat im Laufe der Jahrzehnte. Ob es weitergeht mit der „fortlaufenden Geschichte“, weiß Nägele nicht. Der kommerzielle Erfolg ist seine Sache nicht: „Ich habe es geschrieben, weil ich es schreiben wollte.“

„Schwimmzüge“, Prosa von Horst W. Nägele (2009, Verlag Turnshare). 13 Euro, ISBN 978-1847900180.

————————————————————————–

ZEITLOS ZEIT ISBN 978-1-84790-010-4

(›ZEITLOS ZEIT – unpolitische und politische Gedichte‹)

zeitlos zeit
zeitlos zeit

Aus dem Vorwort zu › z e i t l o s   z e i t  – UNPOLITISCHE UND POLITISCHE GEDICHTE‹, 2008, Verlag Turnshare):

Wir sprechen, sprechen zu anderen, und wir sprechen zu uns selber, wir sprechen in der Weise zu uns selber wie man zu anderen spricht. Wir drücken uns so aus, wie wir meinen, dass etwas gesagt werden muss, um verstanden zu werden.

Wir möchten verstanden werden. Und nicht immer fühlen wir uns verstanden. Um sicher zu gehen meinen wir einiges auch noch durch Fußnoten erläutern zu müssen. Sind wir auch damit noch nicht zufrieden, stellen wir die Sätze um, vertauschen wir die Wörter, erfinden neue Ausdrücke, um möglichst präzise zu formulieren. Denn das, was wir zum Beispiel in der Natur oder in den menschlichen Beziehungen beobachten, soll ja genauestens weitervermittelt werden.

Dann möchten wir uns manchmal auch Luft machen über das, was uns so alles zugemutet wird von Politikern und durch Journalisten. Da gilt es näher hinzuhören, die verwendete Sprache mitzuvollziehen, sie gegebenenfalls zu korrigieren.

Hinhören auf das, was andere und auch was wir selber sagen, entwickelt ein Gespür dafür, was unsere Sprache so alles vermag. Und in der Folge werden wir uns auch nicht mehr so leicht ein x für ein u vormachen lassen.

————————————————————————————-

Lebenslanges Suchen ISBN 978-3-933337-44-3

(›LEBENSLANGES SUCHEN – zwischen Europa 1912 und immer Afrika‹)

Horst Nägele
Lebenslanges Suchen

Zwischen Europa 1912 und immer wieder Afrika

Das Buch schildert das ungewöhnliche Leben einer Frau, die stets wusste, was sie wollte, insbesondere in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und anschließend. 1892 in Hamburg geboren hatte sie den Ersten Weltkrieg in einer von Deutschlands (damaligen) Kolonien mitbekommen. Den Zweiten Weltkrieg erlebte sie als Refugee, die Hungerjahre und Ungereimtheiten der Nachkriegszeit hat sie hautnah erfahren.

Horst NägeleLebenslanges Suchen
Zwischen Europa 1912 und immer wieder AfrikaDas Buch schildert das ungewöhnliche Leben einer Frau, die stets wusste, was sie wollte, insbesondere in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und anschließend. 1892 in Hamburg geboren hatte sie den Ersten Weltkrieg in einer von Deutschlands (damaligen) Kolonien mitbekommen. Den Zweiten Weltkrieg erlebte sie als Refugee, die Hungerjahre und Ungereimtheiten der Nachkriegszeit hat sie hautnah erfahren.
Sie war 1912 mit der »Admiral« in die damalige Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) gereist, wo sie auf einer Farm am Nassob-Fluss in der Omaheke ihre ersten großen Enttäuschungen erlebte, bis sie bei Nacht und Nebel von dort endlich flüchtete, sich auf anderen Farmen versuchte und schließlich auf Omantumba Wirtschafterin wurde und den verwitweten Besitzer nach einiger Zeit heiratete.
1923 machte ein Heuschreckenschwarm der Farm ein jähes Ende. Ihr Mann fand Arbeit als Aufseher bei den Consolidated Diamond Mines in Pomona, wo er bald auch eine Verheiratetenwohnung bekam und wo das Ehepaar ein Jahr später den Store in Elisabethbucht und schließlich den in Oranjemund übernehmen konnte, dann aber im Zuge von Einschränkungen 1933 auf unbezahlten Urlaub geschickt wurde.
Zurück im Deutschen Reich zogen die beiden nach Österreich weiter und bauten sich in Igls bei Innsbruck ein Haus. Dort wurden sie beim Anschluss Österreichs an das neue Deutsche Reich, das Dritte Reich, am 12. März 1938 Zeugen der lautstarken Huldigungen in den Straßen. Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs anderthalb Jahre später kamen sie mit ihren britischen Pässen in politische Schwierigkeiten, was sie dazu brachte, Österreich zu verlassen. Über die Schweiz, Südfrankreich und Spanien gelangten sie nach Lissabon, von wo sie durch einen Trick nach Lourenço Marques in der portugiesischen Kolonie Moçambique weiterkamen.
In den Jahren dort konnte Amanda ihren Erfindergeist entschieden zur Geltung bringen, bis 1945, nach der Kapitulation Japans die Rückreise nach Lissabon angeboten wurde.
Nach Lissabon zurückgekehrt wollte das Ehepaar schnurstrax zu seinem Haus in Tirol weiter, was sich jedoch als unmöglich erwies. Statt dessen wurde es wegen seiner britischen Pässe nach Großbritannien abgeschoben. Dort erkämpft sich die Frau die Einreiseerlaubnis in die französische Besatzungszone Österreichs.
Sie reiste, nun ohne ihren Mann, unverzüglich nach dem – wie sich herausstellte – schwer zerbombten Innsbruck und zu ihrem von den französischen Besatzern in Beschlag genommenen Haus in Igls, wo allerlei Demütigungen warteten. Es war niemals daran zu denken, dass sie über ihr Anwesen jemals wieder würde verfügen können, auch noch nicht, als die Franzosen das Haus endgültig räumten.
Zusammen mit ihrem Mann, den sie inzwischen herbeibat, reiste sie, nachdem sie sich mit einem persönlichen Brief an den Regierungschef der neuen Regierung in der Südafrikanischen Union gewandt hatte, in die ehemalige deutsche Kolonie Südwestafrika, das heutige Namibia, um dort den Lebensabend zu gestalten und all das zu verarbeiten, was das Leben gebracht hat.164 Seiten, Englisch-Broschur, ISBN 978-3-933337-44-3Publisher:GABRIELE SCHÄFER VERLAG – Germany

——————————————————————————————————–
schmiegende brecher ISBN 3-935660-54-5

(›SCHMIEGENDE  BRECHER – unbescholtene Gedichte‹)

Schmiegende Brecher

—————————————————————————–

Anflüge – MIND GAMES deutsch ISBN 3-89206-362-1

(›ANFLÜGE – Mind Games deutsch‹)

HORST NÄGELE
Anflüge
MIND GAMES deutsch

(Verlag DIE BLAUE EULE, Essen 1990)  ISBN 3-89206-362-1

Historische Reminiszenzen, vom deutschen Einmarsch in Polen 1939 bis heute, die bei einer therapeutischen Traumarbeit auftauchen.

Kriegsjubel – das Trauma der Bombennächte von 1944 und 45 – Wendehälse von 1945 – die Hungerjahre der Nachkriegszeit – die widerspruchsvolle Nachkriegsdiskussion über eine deutsche Kollektivschuld – Renazifizierungseffekte – verkarstete Amtsroutinen – imperiale Konstanten und Variablen – regressive Reflexe – fremde Sitten und Gebräuche – das von einer Vertreterin eines Nachbarlandes gesehene „typisch Deutsche“.

LINK ZUM VERLAG: Anflüge – MIND GAMES deutsch

Schlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
Veröffentlicht in Anti-Roman, Biografie, Dokumentation, Meine Bücher, Politik, Prosa, Roman | Bearbeiten | Kommentar schreiben »

Neu ab 5.2.2015: Das neue Buch von Horst Waldemar Nägele
– WAS EIN VOLK AUSMACHT – Was sich so alles machen lässt und durch die Bürger getragen wird –Buch

Es werden Strategien unter die Lupe genommen, mit denen man noch immer meint, eine ernsthafte Aufarbeitung der jüngeren deutschen Vergangenheit umgehen zu können. Es handelt sich um das Getriebe in einem stetig sich steigernden Wirtschaftswachstum bis hin zu (erneut) daseinsfremden Spekulationen auf eine deutsche Führerrolle in der Welt, und das unter Zuhilfenahme von (vornehmlich exotisch klingenden) Worthülsen, welche herzuhalten haben, wo es an (bürgernaher) Verantwortlichkeit fehlt.

Horst Waldemar Nägele,
Dr. phil. (Kiel, 1969), Vergleichende Literatur. Geb. 1934 in Stuttgart. Wohnt in Dänemark. Studium auch in England und in Dänemark. Zeitweise in buddhistischen Klöstern im fernen Osten. In jungen Jahren Verwaltungs- und Betriebsbeamter. Jens-Baggesen-Preis (2006), Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur (2010).

  • Was ein Volk ausmacht:
    Was sich so alles machen lässt und durch die Bürger getragen wird

    von Horst Waldemar Nägele (Autor)
  • Taschenbuch: 52 Seiten
  • Verlag: Autumnus Verlag (5. Februar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3944382498
  • ISBN-13: 978-3944382494

 T E X T A U S Z U G :

»Konkrete Bildungsangebote statt quasi-politische Muskelspiele«

(Auszug aus dem Essay »Was ein Volk ausmacht – Was sich so alles machen lässt und durch die Bürger getragen wird«, erschienen in der Buchreihe MONDIALIKON im Autumnus-Verlag, 2015)

Es werden Strategien unter die Lupe genommen, mit denen man noch immer meint, eine ernsthafte Aufarbeitung der jüngeren deutschen Vergangenheit umgehen zu können. Es handelt sich um das Getriebe in einem stetig sich steigernden Wirtschaftswachstum bis hin zu (erneut) daseinsfremden Spekulationen auf eine deutsche Führerrolle in der Welt, und das unter Zuhilfenahme von (vornehmlich exotisch klingenden) Worthülsen, welche herzuhalten haben, wo es an (bürgernaher) Verantwortlichkeit fehlt. 

Viele meinen, mit den so bequemen Schimpfwörtern »Nazis«, »Nazideutschland« und dergleichen über einiges hinwegzukommen, ohne auch nur ansatzweise zu reflektieren, wie durch ein überlegtes eigenes Handeln so manches hätte ganz anders verlaufen können damals. Es ist sehr beliebt heute, die eigene Verantwortung (auch für das, wozu man selbst noch nicht hat verantwortlich gemacht werden können biografisch gesehen) auf die Chiffren »Nazis« oder »Nazideutschland« oder gar auf Termini aus der Psychiatrie zu extrapolieren, um einigen Freiraum zu gewinnen für ein Mitschwimmen in einem (neuerlichen) »mainstream«.

In diese Kategorie kann man mit Bedacht auch die weithin gepriesene so bezeichnete »Große Rede« eines Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker einordnen. Weizsäcker meinte als Staatsoberhaupt verkünden zu müssen, es könne niemals davon gesprochen werden, dass Deutschland sozusagen besiegt worden ist, nein, zu gedenken sei vielmehr einer »Befreiung«. Vorgebracht von jemanden, der aus einer Familie ist, die es vermochte, durch alle Zeiten und über alles hinweg immer noch höher und noch höher hinauf zu gelangen, und die auch in unseren Tagen wieder viel von sich reden macht, ähnlich wie das in der Zeit der Französischen Revolution auf den französischen Politiker Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord (1754-1838) zutraf, der für die unterschiedlichsten Regierungen wichtig gewesen ist und zu seinem Vorteil diese alle überlebt hat.

Auch wenn niemals zu bestreiten sein wird, dass durch Eingriffe von außen einiges gerade noch hat abgewendet werden können in den letzten Kriegstagen, wäre dennoch die Frage zu stellen, was ein Berufspolitiker oder ein Bundespräsident mit seinen reichlich deplacierten, zumindest aber überflüssigen Bemerkungen hatte bewirken wollen. Hoffentlich nicht das, was den Schnellschüssen Weizsäckers folgte.

In den deutschen Medien begann es nämlich sogleich zu jubilieren von einer »großen Rede eines Staatsoberhaupts«, fast ohne Ausnahme kann man sagen und in einem schwer noch zu fassenden Gleichklang. Und vor allem auch ohne jeden Versuch einer Definition dessen, was als das »Große« betrachtet wird oder als das »Große« betrachtet werden könnte in dieser Rede, mit welcher ganz deutlich alles andere als eine Kommunikation mit den Bürgern gesucht wurde, sondern im Gegenteil auf mündige Zeitgenossen herabgeredet worden ist, als sollten Schuldgefühle generiert werden.

Besser wäre es, ein Gemeinwesen zu respektieren, das von Individuen getragen ist, die wissen, was ihnen guttut und was nicht, und die darin gefestigt sind, kompetent sich in der Sache auseinanderzusetzen, um zu Übereinkünften zu gelangen, die den Gegebenheiten gerecht werden. Wo ein jeder und eine jede das seine zu sagen hat, ist wenig Raum für Tabuisierungen, die herhalten müssen, wo mangels eigener Kompetenz einer recht fragwürdigen »political correctness« aufgeholfen werden soll. In so etwas wie einer offenen Gesellschaft kommt es auf die Auseinandersetzung in der Sache an, wobei wie gesagt die Gültigkeit eines jeden als seriös zu betrachtenden Standpunkts in seinem eigenen Recht garantiert sein muss, auch und gerade da, wo es sich um die wundesten Stellen handelt, und erst recht wenn etwas ansteht, das mit einer Überschreitung verbunden sein könnte. Was im konkreten Falle zu tun ist, darüber hat das Gemeinwesen, will sagen eine von allen getragene Gemeinschaft zu befinden, in der jeder und jede befähigt ist, die erforderlichen Initiativen zu ergreifen, in Gestalt von Hilfeleistungen auf Gegenseitigkeit oder ganz allgemein indem man lebensnahes Wissen weitergibt.

In der dänischen Sprache von heute zum Beispiel heißt eine solche Ausrichtung »Nærdemokrati« (›Nahdemokratie‹). Gemeint ist eine Demokratie, die selbstredend nicht zu vermengen ist mit den üblichen quasi-parlamentarischen Mal-So-Und-Mal-So-Mehrheitsbeschlüssen, die der Initiator der dänischen (Heim-)Volkshochschulen Nikolaj Frederik Severin Grundtvig (1783-1872) rundheraus verworfen hat. Wie die Benennung »Nærdemo­krati« es sagt, geht es darum, was in einem Miteinander auf Gegen­seitigkeit das Naheliegende ist und was durch jeden und jeder von uns mitgestaltet werden kann.

Zu diesem Grundgedanken bedarf es zum Beispiel in der dänischen Gesellschaft keiner Erörterung. Ganz anders und offensichtlich weitgehend so gewünscht, zudem sehr oft im Unterschied zu einem gewissen euro­päischen Standard, läuft es noch immer im Bereich des Deutschen ab.

So braucht es natürlich nicht zu sein. Es können wie angedeutet Bildungsangebote gemacht werden, von kundiger Seite und entsprechend den Ressourcen, über die man verfügt. Anstatt, wie oben dargestellt, zu posaunen von einer »großen Rede« eines Bundespräsidenten (Richard von Weizsäcker), welcher, wie auch seine Familie, in herausragender Weise kann man sagen über solche Ressourcen müsste bestimmen können. Noch immer hat das Volk sehr viel Unnützes, Destruktives über sich ergehen zu lassen, das eher einer Verdummung, Volksverdummung kann man sagen, dient, als einer Weiterbildung oder der sachlichen Information.

Auf keinen Fall von Nöten sind noch einmal solche zudem mit Drohgebärden gespickten Kraftreden, die einer nach wie vor angeschlagenen, wenn man nicht sagen will kaum jemals real bestandenen deutschen Identität meinen aufhelfen zu müssen. Erst recht nicht gefragt sind so etwas wie mit einer willfährigen Presse kokettierende Bundespräsidenten oder etwa noch immer klingende »Alt«-Kanzler-Blähungen. Ganz dringend gebraucht werden vielmehr konkrete Bildungsangebote, denen der individuelle Gestaltungswille eines jeden von uns ein Anliegen ist.

      Verfasst von Horst Waldemar Nägele

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: